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21.04.2019, 11:15 Uhr

Anton Bruckner, Messe in d-moll






 

 

 

 

Die Messe d-Moll von Bruckner wurde von Anfang an mit großem Erfolg aufgenommen auch wenn sie die Möglichkeiten des kirchenmusikalischen Betriebs weit überforderte und immer wieder konzertant aufgeführt wurde.

 

Der Beginn erhebt sich ganz allmählich aus mystischem Dunkel, das sehnsüchtige Kyrie-Motiv streckt sich seufzend nach oben, als wolle es eine rettende Hand ergreifen, die sich im „Christe" dann tatsächlich entgegenstreckt: die Umkehr des Kyrie-Motivs neigt sich herab und hilft (wieder) auf.

 

Das Gloria gipfelt in einer Amen-Fuge, deren Thema als Kreuzmotiv gestaltet ist. Vielleicht ist das (im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes) als Summa Summarum des Lobes zu verstehen, als Bekenntnis der gesamten Schöpfung: Nach sieben (drei+vier) Einsätzen in Grundgestalt kehrt sich das Thema um, das Kreuz ist auf den Kopf gestellt, überwunden.

 

Das Credo erstrahlt als musikalisches Kolossalgemälde, nahezu jeder Gedanke ist hier ausgedeutet. Die Vertonung des „Et resurrexit" sucht ihresgleichen: vom ersten Vibrieren der Erde spannt sich über einem 33 Takte langen Orgelpunkt ein gewaltiger Bogen bis zur Wiederkunft Christi („venturus est cum gloria"); nahezu bedrohlich wird die Wirklichkeit des Endgerichts („Iudicare") vor Augen geführt.

 

Nach dem strahlenden Bekenntnis des „et expecto resurrectionem" und dem dumpfen Absinken beim Gedanken an den Tod („mortuorum") klingt der Credo-Schluss „Et vitam venturi saeculi" dann schon aus einer anderen Welt, verklärt und befreit.

 

Dieses Erlösten-Motiv wird im „Dona nobis" im Agnus Dei wiederkehren: Frieden, den die Welt nicht zu geben vermag ein Blick in den geöffneten Himmel.

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